Donaublick von Neu-Ulm nach Ulm

Ulm – aus Sehnsucht wird Weitblick

Poetische Welt im Interview mit Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer Ulm/Neu-Ulm Tourismus GmbH

 

Beschreiben Sie die Stadt Ulm bitte in einem Satz:
Bürgerschaftliche Tradition und Stolz verbinden sich hier in idealer Weise mit zeitgenössischer Architektur und moderner Wissenschaft.

Welche Emotionen verbinden Sie mit dieser Stadt?
Die reichhaltige Stadtgeschichte, die Verbindungen entlang der Donau bis ans Schwarze Meer und die heimeligen Ecken im Fischer- und Gerberviertel sorgen für ein Heimatgefühl und Identität.

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Ulm ist ein Ort, wo …“
… „man schon immer hoch hinaus wollte“.

Nennen Sie bitte 3 Eigenschaften, die die Stadt Ulm besonders auszeichnen:
– Reichsstadttradition mit Bürgerstolz
– Erfindergeist
– Weltoffenheit

Wie lautet das Motto der Stadt Ulm?
Aus Sehnsucht wird Weitblick.

Welche/n Inhalt/Botschaft/Gefühle soll das Motto vermitteln?
Zum einen versinnbildlicht das Motto den Münsterbau mit dem höchsten Kirchturm der Welt und dem Streben, Gott und dem Himmel näher zu sein, aber zum anderen auch vom Turm aus den Weitblick zu haben.
Die Sehnsucht nach Neuentwicklungen und Neuanfang führte zu zahlreichen Neuerfindungen, Wiederaufbau, Gründung der ersten Wissenschaftsstadt Deutschlands, Handelswegen und –partnern in allen Himmelsrichtungen und somit zu zukunftsweisenden Entscheidungen und Prozessen.

Warum sollte man Ulm besuchen?
Der bekannteste Grund ist das gotische Ulmer Münster mit seinen zahlreichen Kunstschätzen und dem Aufstieg auf den höchsten Kirchturm der Welt mit beeindruckendem Ausblick. Außerdem das romantische Fischer- und Gerberviertel an der Blau, die traditionellen Feste an und auf der Donau, die vielen besonderen Persönlichkeiten und Geschichten (Geburtsstadt Albert Einsteins, Schneider von Ulm, Ulmer Spatz, Ulmer Schachtel, Schiefes Haus, Löwenmensch, ehemalige Hochschule für Gestaltung HfG, Geschwister Scholl,…) und der reizvolle architektonische Kontrast zwischen Mittelalter (Münster, Rathaus) und Moderne (Stadthaus Ulm von Richard Meier, Neue Mitte, Stadtbibliothek). Die Bundesfestung Ulm als einst größte Festungsanlage Europas bietet beiderseits der Donau nicht nur für Festungsliebhaber interessante Einblicke.
Das reichhaltige Kulturangebot in originellen Museen und dem Theater Ulm lohnt ebenso wie ein Besuch im barocken Kloster Wiblingen mit dem prächtigen Bibliothekssaal oder der UNESCO-Welterbestätten im nahe gelegenen Ach- und Lonetal auf der Schwäbischen Alb. Dort kann man die Höhlen und Eiszeitkunst als älteste bisher bekannte kulturelle Zeugnisse der Menschheitsgeschichte entdecken, darunter der 40.000 Jahre alte „Löwenmensch“ im Museum Ulm.

Wie begrüßen Sie die Stadt-Besucher?
Modern-aufgeschlossen in unserer Tourist-Info im Stadthaus des New Yorker Stararchitekten Richard Meier, gleich neben dem Ulmer Münster. Und hochkarätige Ausstellungen, die gratis besucht werden können, und ein Café-Restaurant gibt es im architektonischen Schmuckstück gleich inklusive.

Was sollte man in Ulm unbedingt gesehen bzw. erlebt haben?
Den stimmungsvollen Ulmer Weihnachtsmarkt vor einmaliger Kulisse, die lustige Wasserparade „Nabada“ am Schwörmontag auf der Donau oder eine Nachtwächterführung durchs Fischer- und Gerberviertel.

Wo kann man in Ulm das schönste Selfie machen?
Noch vor dem Einsteinbrunnen auf dem Zeughausplatz, bald auf dem neu gestalteten Albert-Einstein-Platz, wo das Geburtshaus stand.

Nennen Sie uns Ihren Lieblingsplatz in der Stadt – und den Grund dazu:
Den Botanischen Garten der Universität Ulm wegen der Lage, der Vegetation, der Ausblicke und der ruhigen Atmosphäre.

Welchen besonderen Eindruck/welches besondere Gefühl sollen die Besucher mit nach Hause nehmen?
Begreifen, dass hier einst im Mittelalter neben Nürnberg und Straßburg das wichtigste Kraftzentrum im süddeutschen Raum war und dass es auch heute noch viele Superlative und Besonderheiten gibt. Und dass die Donau das Tor nach Südosteuropa öffnet und der europäischste aller Flüsse ist.

Was geben Sie den Besuchern beim Abschied mit auf den Weg?
Beim nächsten Mal gerne länger bleiben und bei einem der traditionellen Feste mitfeiern.

Vielen herzlichen Dank. 

Ein Beitrag im Rahmen unserer Reihe „Poetische Räume“. 

 

Zur Person:

Wolfgang Dieterich

Jahrgang 1964, stammt aus Vaihingen/Enz und absolvierte nach dem Studium der Touristikbetriebswirtschaft (FH) in Heilbronn ein Auslandsstudienjahr „European Tourism Management“ an Hochschulen in Großbritannien (Bournemouth), den Niederlanden (Breda) und Frankreich (Chambéry). Nach vier Jahren beruflicher Tätigkeit als Leiter des städtischen Verkehrsamtes in Hornberg/Schwarzwaldbahn folgte 1995 die Berufung zum Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH, einer gemeinsamen und grenzüberschreitenden Gesellschaft beider Donaustädte. 

Zur Stadt:

Ulm und Neu-Ulm –

die Zweilandstadt mit den unglaublich vielen Facetten.
Was gibt’s denn da bloß zu sehen? Na, den höchsten Kirchturm der Welt etwa. Unübersehbar. Das vor 40.000 Jahren gefertigte, älteste Mensch-/Tier-Kunstwerk der Welt. Unbegreifbar. Ein Hotel in krasser Schräglage. Unfassbar. Ein imposanter Festungsgürtel aus dem 19. Jahrhundert. Gut einsehbar.
Ulmer Münster, Löwenmensch, „Schiefes Haus“ und Bundesfestung –  vier von zahlreichen Highlights, mit denen die Zweilandstadt (also die alte Reichsstadt Ulm in Baden-Württemberg und ihre auf der bayerischen Donauseite gelegene Schwesterstadt Neu-Ulm) ihre Besucher zu fesseln vermögen.

Diese Geschichte! Und dieser Aufbruch!
Einmal in die Historie, und wieder zurück. Romantisches Fischerviertel und postmodernes Stadthaus, barockes Kloster Wiblingen und wagemutige „Neue Mitte“. Avantgarden in der „Kunsthalle Weishaupt“ und der moderne „Klassiker“ Scharff in Neu-Ulm. Mittelalter trifft Moderne, und im Museum Ulm auch noch Prähistorie. Ob Architektur, ob bildende oder darstellende Kunst – Besuchern bietet sich ein aufregendes Kontrastprogramm. Große Oper im Theater Ulm, große Kleinkünste im Roxy oder im Ulmer Zelt.

Feiern sie mal mit!
Und feiern können Sie auch noch. Höhepunkte sind der Schwörmontag mit dem „Nabada“ (das ist quasi Karneval auf der Donau) im Juli, das Internationale Donaufest und der Ulmer Weihnachtsmarkt. Von zahlreichen weiteren Festivitäten wie der Kulturnacht im September ganz zu schweigen.

Sie werden schon erwartet!
Eine Schifffahrt auf der Donau, die ist lustig, ein Besuch des Tierparks, der macht froh. Stark? DAV-Kletterwelt, Ecodrom, Trampolinhalle und Donaubad lauten hier die Stichpunkte.
Summa summarum: die 180.000-Einwohner-Doppelstadt muss einfach erkundet werden!

Zur Homepage: www.tourismus.ulm.de

Titelfoto: @Anna Beyrer / Beitragsfoto: © StadtArchiv

Fischer- und Gerberviertel in Ulm

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