Die Geschichte der Dichter-Postkarte

Der Kultklassiker

Mittlerweile ist sie ja Kult, die Dichter-Postkarte.
Von der Kombination aus Bild-Motiv und passendem Gedankenspruch geht einfach eine magische Wirkung aus.
Eine Wirkung, der sich kaum einer entziehen kann. Weil ein guter Spruch in Zitatform immer die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, schließlich ist es eine persönliche Botschaft, die in 1-2 Sätzen eine bestimmte Emotion auf den Punkt bringt.
Bild und Spruch verstärken sich dabei.
Eine solche Postkarte wirft keiner mehr weg.
Ein perfektes Werbemittel.


Eine Schicksalsbegegnung am Flughafen

Nun, Spruchkarten gibt es ja schon lange, meist mit irgendwelchen lustigen Bonmots drauf.
Unsere Dichter-Postkarte nahm ihren Anfang inmitten der 1980er Jahre. Ich war gerade dabei, mich für längere Zeit zur Südseeinsel Hawaii aufzumachen, als ich unmittelbar vor dem Abflug am Flughafen meine große Liebe kennenlernte. Es war eine Schicksalsbegegnung, die nur wenige Minuten anhielt, dennoch wollte ich die Reise in letzter Minute verschieben, was nicht mehr möglich war. So versuchte ich von Honolulu aus, irgendwie Kontakt aufzunehmen, was sich damals alles andere, als einfach erwies. Es gab noch kein Internet. Keine Email. Kein Handy. Kein WhatsApp. Und ich hatte von ihr keine Telefonnummer, nur einen Vornamen und den Wohnort, mehr nicht.
Was also konnte ich tun?
Ich wollte nicht, dass sie mich vergisst, schließlich hatten wir uns auf dem Flughafen nur kurz unterhalten. Als ich einen Straßenkünstler sah, der Glückswünsche auf getrocknete Blätter malte, kam mir eine Idee.
Ich begann, Postkarten mit Hawaii-Motiven – meist malerische Sonnenuntergänge – zu beschriften. Auf das Bild schrieb ich mit einem wasserfesten Stift Liebessprüche und auf der Rückseite grüßte ich als der „Hawaii-Reisende vom Flughafen“. Und bat, auf mich zu warten.
Natürlich hatte ich große Zweifel, ob die Karten ankommen würden und wenn ja, ob sie meine Gefühle überhaupt erwidern würde.
Aber ich gab nicht auf und schrieb insgesamt 30 Postkarten. 


Ein verständnisvoller Postbeamter und die Hilfe einer Zeitung für die Liebes-Postkarten aus Hawaii

Die Postkarten landeten zwar in Deutschland, konnten jedoch wegen der unvollständigen Adresse nicht zugestellt werden und wurden vor ihrer geplanten Entsorgung zunächst gesammelt. Ein Postbeamter, der die Karten zufällig in die Hände bekam und von meinen Liebessprüchen auf den Motiven äußerst angetan war, machte sich die Mühe, zur Zeitung des von mir angegebenen Zielortes zu gehen, die seiner Bitte um Hilfe auch nachkam und eine Art Suchmeldung mit der Überschrift „Liebes-Postkarten aus Hawaii suchen Adressatin“ veröffentlichte. Daraufhin meldete sich meine Angebetete – die sich an mich, den Hawaii-Reisenden vom Flughafen, erinnerte – bei der zuständigen Redaktion und nach Kontaktaustausch überbrachte ihr der mitfühlende Postbeamte die Postkarten persönlich. Doch das war nicht alles: Als ich zurückkam, warteten beide am Flughafen, um mich abzuholen.
Die Postkarten bewahren wir noch heute auf. Und sind nach wie vor zusammen.

Nach über 30 Jahren haben wir die Gedankenspruch-Postkarte wieder aufleben lassen.
Mit großem Erfolg, was mich sehr freut und mich stets an ihre besondere Geschichte erinnert.


Euer Oliver W. Schwarzmann


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